Das Fortepiano als Zugang zur historischen Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts
In zwei Vorträgen am hauseigenen Bojavsky-Fortepiano beschäftigten sich Luca Montebugnoli und Camilla Köhnken mit aufführungspraktischen Zugängen zu Werken von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Liszt. Einerseits wurde die am Anfang des 19. Jahrhunderts weit verbreitete Praxis der Klaviertranskription von Orchesterwerken diskutiert und andererseits stand Liszt als Beethoveninterpret anhand von Noteneditionen des späteren 19. Jahrhunderts und historischen Aufnahmen des anbrechenden 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt.
Das musikalische Bindeglied zwischen den beiden Vorträgen stellte Carl Czernys vierhändige Transkription eines Satzes der „Kreutzer“-Violinsonate op. 47 von Beethoven dar, die zu Franz Liszts kammermusikalischem Kernrepertoire gehörte.



Programm:
Lecture recitals
Luca Montebugnoli: Investigating and Reviving the Early Nineteenth-Century Practice of Piano Arrangement: Haydn’s Die Vorstellung des Chaos and Beethoven’s Eroica Symphony
Camilla Köhnken: Liszts Beethoven – Zeugnisse einer lebenslangen Auseinandersetzung
Es erklingt der Hammerflügel von Wilhelm Bojavsky [Bojarsky], Wien ca. 1820
(Stimmung und klaviertechnische Betreuung: Marianne Siegl)
Nächstes Scientific Duetto
Di., 12.1.2027 um 17:30 Uhr
Prof. Dr. Walter Reicher: Joseph Haydn post mortem: Der Schädelraub – Die Biographie von Haydns Cranium zwischen Wissenschaft, Verehrung, Politik und kultureller Identität
Univ.-Prof. Dr. Herwig Swoboda: Von der griechisch-römischen zur Wiener Klassik – Gabriele Ferraras (1543-1627) chirurgisches Vermächtnis am Beispiel der Polyposis nasi Joseph Haydns (1732-1809)
