Basler Dynamik-Projekt

Mozarts und Beethovens persönliche Hervorhebungen von Dynamik-Bezeichnungen in ihren Klavierautographen

Camilla Köhnken führte mit dem Klavierprofessor Claudio Martínez Mehner zwischen Feburar 2025 und Januar 2026 ein Forschungsprojekt an der Hochschule für Musik Basel (Fachhochschule Nordwest-Schweiz, FHNW) durch, das sich den Feinheiten dynamischer Notation in Wolfgang Amadeus Mozarts und Ludwig van Beethovens Manuskripten ihrer Klaviersonaten widmete. Details wie die zahlreichen Unterstreichungen von Dynamikangaben beziehungsweise die unterschiedlichen Abkürzungs- und Ausschreibungsweisen werden bis heute in Urtextausgaben nicht abgebildet und von Musikwissenschaftlern meist als belanglos abgetan, da schriftliche Erklärungen der Komponisten dazu nicht bekannt sind. Für die Interpretation am Instrument sind solche unmissverständlich absichtlichen Hervorhebungen seitens des Komponisten jedoch von großem Interesse.
Nach einer Katalogisierung der verschiedenen Hervorhebungen beider Komponisten wurde mit ihnen am Instrument im jeweiligen musikalischen Kontext experimentiert, wodurch sich Hypothesen über die jeweilige Motivation dieser persönlicher Schreibgewohnheiten herauskristallisierten.

Zugezogen wurden Experten wie der ausgewiesene Kenner von Beethoven-Autographen, Dr. Michael Ladenburger (Bonn), und der eminente Interpretationsforscher Prof. Clive Brown (Leeds/Wien), der am Abschluss-Workshop mit Klavierstudierenden der Basler Klassen auch einen Vortrag hielt.

Das Projekt wurde von der Maja-Sacher-Stiftung (Basel) gefördert. Ein Aufsatz von Camilla Köhnken fasst die Forschungsergebnisse zusammen und wird in der Musikzeitschrift parlando der JHP erscheinen (2. Jahrgang 2026).